Warum es uns so schwer fällt, Grenzen zu setzen

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Transkript anzeigen

00:00:00: Sehr häufig kommen Menschen zu mir ans Coaching mit dem Thema, ich schaffe es nicht Grenzen zu setzen.

00:00:09: Kannst du mir irgendwie helfen das besser hinzubekommen?

00:00:11: Und ja da arbeite ich dann bei den Menschen dran und stelle fest wie individuell das Teilweise ist warum es einem jetzt schwer fällt Grenzenzusetzen und finde es mal wieder sehr spannend.

00:00:23: aber es gibt schon so gewisse Grundmechanismen Zum einen, warum es uns schwerfällt.

00:00:29: Zum anderen wie es eben doch gelingen kann, Grenzen zu setzen.

00:00:33: und wenn du darüber mehr für dich persönlich wissen möchtest dann kontaktier mich gerne für ein ganz individuelles Coaching oder Kommunikationstraining wo wir ganz gezielt an deinem Thema arbeiten können.

00:00:45: aber hier im Podcast Souverän möchte ich dir aufzeigen welche grundsätzlichen Mechanismen dahinter stecken.

00:00:52: und dieses thema grenzensetzen ist so universell für unsere persönliche Souveränität und Integrität, dass wir uns davon ein bisschen mehr Zeit nehmen und heute mal mit der ersten Folge dazu beginnen.

00:01:05: Und da lautet tatsächlich eben die Fragestellung wie du schon gelesen und gehört hast warum fällt es uns überhaupt so schwer Grenzen zu setzen?

00:01:16: Ich zeige dir jetzt drei Gründe dafür worum uns das schwerfällt.

00:01:21: Erstens weil wir gemocht werden wollen Und wir sehr häufig den Glaubenssatz haben, wenn ich jetzt Nein sage oder Stopp oder was immer eben je nach Kontext bedeutet eine Grenze zu setzen.

00:01:37: Dann werde ich nicht mehr gemocht dann hat die andere Partei keinen Bock mehr auf mich.

00:01:42: und das ist natürlich schon mal eigentlich ein Blödsinn weil Menschen ja teilweise dadurch interessanter und authentischer werden dass sie auch mal ganz klar sagen bis hierhin und nicht weiter.

00:01:55: Aber trotzdem ist diese Angst vor Ablehnung so groß und ja, das ist ja auch verständlich in unsere ganze Gesellschaft.

00:02:02: Also das gesamte soziale fußt ja auf Kooperation.

00:02:06: also stellen wir uns einmal vor wenn wir das Thema Grenzensätzen so allgemein lassen und dann hier auch keinen Gruppen zwang wollen als sowas ist Wenn zwanzig Leute in einer Abteilung arbeiten Neunzehn wollen, dass man später anfängt und dafür länger bleibt.

00:02:22: Und eine Person vielleicht die mit Kind, mit dem wichtigen Kind sagt ne das geht bei mir nicht.

00:02:28: Denn sagt man ja es muss legitim sein, dass eine Person es gerne anders handhaben würde und da eine Grenze hat.

00:02:34: Wenn wir es ganz jetzt auf die gesamte Gesellschaft hoch extrapolieren Alle Menschen vertreten den Grundsatz Man darf nicht töten.

00:02:42: Jetzt sagt ein Mensch hey ich töte aber sehr sehr gerne Leute.

00:02:46: Warum wird mir das nicht erlaubt?

00:02:48: Also ich merke es ist ein sehr konstruiertes Beispiel, aber auch extra ein sehr extremes.

00:02:54: Aber es macht schon deutlich... Ablehnung kann aus sehr unterschiedlichen Teilen, also sehr banalen Gründen hervortreten weil du irgendwie dann den Betriebsablauf störst.

00:03:05: Es kann aber auch so deutlich sein dass jemand da eben nicht sozial verträglich ist.

00:03:10: für die Allgemeinheit.

00:03:12: Da ist diese Person wahrscheinlich irgendwann in Sicherungsverwahrung landet So Dr.

00:03:16: Hanni Belektamäßig vor der Glasscheibe, also das sind jetzt zwei sehr unterschiedlich dramatische Beispiele und trotzdem zeigen beide auf dass eine Person eben gerne anders handeln würde als es die Allgemeinheit tut in einer bestimmten Peer Group.

00:03:34: Und im einen Fall finden wir's völlig legitim, im anderen halt so überhaupt nicht!

00:03:38: Und trotzdem ist ja auch wieder die Frage, ja möchte ich den auch mit einem Legitimengrund?

00:03:45: abgelehnt werden oder den Betriebsablauf stören.

00:03:47: Oder die anderen einfach nur nerven, dass sie sagen oh jetzt geht das nicht weil die wieder eine extra Wurst braucht.

00:03:54: ja manchmal ist diese Angst vor Ablehnung durchaus berechtigt.

00:03:57: jetzt vielleicht nicht im Sinne von so jetzt mögen wir dich nicht mehr aber doch im Sinne vom teilweise sogar.

00:04:04: ich kann deine Gründe nachvollziehen und ich verstehe dass du als Elternteil von schulpflichtigen Kindern eben deinen Urlaub komplett in den Ferien nehmen möchtest.

00:04:16: Aber wenn ich im Sommer was vorhabe, muss sich dann zurückstecken.

00:04:20: und ja das ist dann keine Ablehnung.

00:04:23: die andere Seite versteht dein Argument aber trotzdem ist es halt erst mal unangenehm und wäre es für die andere seite viel besser wenn du einfach sagst Ja okay kriegen wir schon irgendwie hin.

00:04:34: Das heißt diese Angst vor Ablechnungen ist ein Stück weit eben doch begründet manchmal mehr Manchmal weniger.

00:04:42: Das heißt, es gehört so oder so eben trotzdem egal ob du es dir nur einbildest dass die Leute dich da nicht mehr mögen Oder ob du eben wirklich dadurch andere Leute dazu bringst das sie zumindest mal kurz genervt aufstehen.

00:04:54: Es köstet trotzdem immer ein bisschen überwindung Grenzen zu setzen oder nein stopp was auch immer zu sagen.

00:05:02: Argument zwei Kurzfristig gedacht ist es oftmals ökonomischer einfach ja zu sagen.

00:05:11: Ganz simples Beispiel.

00:05:12: Wenn mein kleiner Sohn mit seinen zehn Jahren ankommt, er möchte noch ein drittes Eis essen!

00:05:20: Wäre es für mich während ich hier eine neue Podcast-Folge für dich vorbereite?

00:05:24: So viel einfacher einfach zu sagen, jup, nimm dir ein Eis, viel Spaß damit.

00:05:30: und schon habe ich meine Ruhe und kann mich wieder voll und ganz auf diese Podcastfolge konzentrieren.

00:05:38: Langfristig natürlich hätte das alle möglichen negativen Folgen, Diabetes Typ was weiß ich Arztbesuche und so weiter.

00:05:46: Ja wenn ich das so durchgehen lasse immer Aber kurzfristig jetzt in diesem Augenblick.

00:05:52: Mir ist die viel einfacher Lösung das zu sagen.

00:05:55: Schon dessen sage ich Natürlich Nein.

00:05:57: Du hattest heute sogar schon zwei Eis.

00:05:59: Das reicht wirklich für heute komplett Und hab net Diskussion am Hals.

00:06:04: Warum denn?

00:06:05: Und es ist doch so heiß und warum kann man da nicht dreien, seit einem Tag essen und bla bla bla.

00:06:09: Also das ist nervig!

00:06:12: Das ist eigentlich der Punkt.

00:06:13: wenn du dich erst mal überwunden hast eine Grenze zu setzen was bei Punkt eins ist wegen der Angst vor Ablehnung dann musst du's auch durchziehen und das ist manchmal anstrengend.

00:06:25: also wenn du eh weißt dass du irgendwann umfällst und ich irgendwann sage ach komm hol dir das dritte Eis ja.

00:06:31: oder KollegInnen sagen, ach komm geh noch mit auf After Work Party und sagst ne ich muss noch so viel daheim erledigen.

00:06:38: Und nochmal bei meiner kranken Mutter vorbeischauen.

00:06:41: Und dann sagen die auch kommen nur ein halbes Stündchen und dann diskutierst du mit denen.

00:06:45: Das dauert schon eine Viertel Stunde diese Diskussion und du weißt eh am Ende sagst na gut ich schaue noch kurz mit und versumpfst dann bis nach zum Elf.

00:06:54: wenn ihr das eh schon weiß dann ist es tatsächlich ökonomischer gleich ja zu sagen aber Wenn du es wirklich durchziehst, konsequent.

00:07:02: Und das ist ja das was Grenzen setzen dummerweise bedeutet nicht einmal zu sagen Stopp!

00:07:08: Halt ich möchte das nicht Sondern.

00:07:11: eine Grenze zu setzen heißt ja diese Grenze ist gesetzt und bleibt gesetzt.

00:07:17: Das heisst egal was die andere Seite sagt und tut und was man mir an Angeboten macht und so weiter.

00:07:24: wenn man mein Nein quasi als Verhandlungseinstieg sieht Ja dass dann alles so losläuft Dann bedeutet das ja, dass ich die Krense auch nur gesetzt habe wenn ich es jetzt durchziehe bis zum bitteren Ende.

00:07:38: Bis die andere Seite endlich sagt Ja gut schön haben dir allein zu Hause wir gehen jetzt auf die After Work Party.

00:07:46: oder bis mein Sohn dann endlich abrauscht und vielleicht da noch ein bisschen rumpütern Sagt er sich so gemein du bist so unfair!

00:07:53: So ein fieser Papa.

00:07:56: Aber bis das erreicht ist musst Du durchziehen.

00:07:58: Und das ist anstrengend Das ist zeitintensiv, das kostet Nerven.

00:08:03: Natürlich, der Idealfall ist, jemand sagt Kannst du das und das machen oder möchtest du das in das machen?

00:08:08: Oder sagst Nö Und er sagt die andere Seite Okay Ja Komm Geh mit uns was trinken?

00:08:15: Ich trinke kein Alkohol.

00:08:16: Achso okay Gibt doch alkoholfrei Cocktails.

00:08:18: Wir essen nie wieder Mocktails oder so.

00:08:21: Ah ja wunderbar Aber oftmals danach Kommen Soll nicht so ein Spaß verdabern Jetzt trinkt doch einen mit Ist da nur ein bisschen Alkohl Nur ein Schlückchen Und so weiter, viele Leute greifen dazu so eine Notlüge.

00:08:32: So von wegen nee ich muss noch fahren oder nicht!

00:08:34: Ich bin trockener Alkoholiker weil dann hören die Leute auf aber ohne Begründung oftmals nicht als wenn man einfach kein Alkohl mag hat man anscheinend einfach ihn trotzdem zu trinken keine Ahnung.

00:08:45: das heißt wenn du ne Kranze setzt ist es nicht mit dem einmaligen Aussprechen erledigt sondern du musst es bis zum Ende durchziehen und das kostet Kraft Zeit Nerven und so weiter.

00:08:57: Und deswegen ist es eben erstaunlich oft ökonomischer dann zu sagen, ach komm was soll's?

00:09:03: Kurzfristig.

00:09:04: Langfristig ist das natürlich dann problematisch weil du damit zulässt dass deine Grenzen nicht ernst genommen werden.

00:09:14: Das heißt dass deine Krenzen ernstgenommen werden ist ein ganzes Stück Arbeit.

00:09:19: und drittens wenn du eine kranze setzt nehmen wir das Beispiel mit Alkohol.

00:09:24: gerade zeigt das oftmals eine Verletzlichkeit.

00:09:28: Also Grenzen zu setzen und sie wirklich durchzusetzen.

00:09:33: Ja, das gefällt mir Grenzen nicht nur zu setzen sondern auch durchzusetzten.

00:09:37: Das erfordert natürlich Stärke aber trotzdem kann die individuelle Grenze die du setzt auch erst mal eine Verletzlichkeit zeigen weil in der Grenze sehr häufig eben ne Selbstoffenbarung drin steckt.

00:09:50: also wenn man kein Alkohol trinken möchte sagt dass ihr auch was über einen aus oder wenn man eben dieses jenes nicht tut aus verschiedenen Gründen oder wenn der Partner irgendetwas ausprobieren möchte, ja und man sagt nein das möchte ich nicht.

00:10:08: Es ist einfach Punkte an denen man von sich selbst etwas offenbart auch in der Firma dass man sich vielleicht etwas Bestimmtes nicht zutraut.

00:10:16: Wenn jemand sagt komm kannst du das um das mal übernehmen?

00:10:18: Oder hey!

00:10:19: Ich würde dich gerne auf Dienstreise schicken da und dahin und man möchte dann vielleicht sagen ah ich weiß nicht ob ich jetzt aktuell Als Frau in den Iran reisen möchte, jetzt in den Iranian reist man aktuell vermutlich gar nicht.

00:10:34: Aber mal als Beispiel... ...als die Situation schon angespannt war aber es noch keine Reisewarnung gab.

00:10:40: Dass man da sagt, also ob ich das jetzt möchte?

00:10:42: Ich glaube nicht!

00:10:45: Dann zeigt das natürlich auch eine gewisse Schwäche in Anführungszeichen, die zwar einerseits vollkommen nachvollziehbar ist und trotzdem genauso wie diese Angst vor Ablehnungen aus Punkt eins oftmals irrational ist kann auch diese Angst davor, irgendeine Späche zu zeigen oder irgendetwas nicht zu können.

00:11:02: Oder nicht so wollen auch schon negativ ausgelegt werden?

00:11:05: Oder eben nur dass man sich selbst einbildet das das jetzt negativ wahrgenommen werden könnte wenn mir meine körperliche und seelische Unversehrtheit wichtig ist.

00:11:13: hey!

00:11:14: Das sollte eigentlich was vollkommen Normale sein.

00:11:17: Und trotzdem fühlen wir uns dabei immer so als zeigen wir damit eine gewisse Verletzlichkeit.

00:11:21: D.h.

00:11:21: die wisse Selbstaufbarung gehört zum Grenzen setzen sehr häufig mit dazu.

00:11:28: Und das sind die drei Hauptgründe, warum es oftmals schwer fällt Grenzen zu setzen Angst vor Ablehnung, Angst vor der ganzen Arbeit, die drin steckt als eine gewisse Bequemlichkeit und drittens Angst davor sich selbst verletzlich zu zeigen und vielleicht zu viel über sich selbst zu offenbaren.

00:11:49: Das sind die Drei Punkte Warum es uns schwer fällt?

00:11:54: Nächstes Mal schauen wir uns vielleicht an wie es trotzdem gelingen kann Grenzen zu setzen, ohne gleich als Arsch rüberzukommen.

00:12:02: Ohne dadurch egoistisch hart oder unfreundlich oder unkooperativ zu wirken.

00:12:08: und dann schauen wir so an wie es vielleicht besser gelingen kann das da noch wirklich durchzuziehen.

00:12:14: aber mit diesem Gedanken möchte ich dich erst mal aus der Folge raus schicken.

00:12:20: So jetzt kleine Hausaufgabe der Woche.

00:12:22: Denk mal drüber nach deine persönlichen Grenzen was die an selbst offenbarung Beinhalten, was du über dich selbst aussagst.

00:12:31: Wenn Du wirklich eine Grenze, die Du hast konsequent durchziehst und vielleicht ist das gar nichts Negatives sondern eigentlich sogar etwas richtig Gutes, dass Du Dich Selbst auf diese Weise auch an Deine Bedürfnisse oder Nichtbedürfnisse entsprechend mitteilen kannst.

00:12:47: wenn ich Dich irgendwie unterstützen kann lasse es mich gerne wissen.

00:12:49: ansonsten Danke fürs zuhören und bis zum nächsten Mal.

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